Royalsea Allgemeine Geschäftsbedingungen
Die digitale Transformation des Vertragsrechts erfordert mehr als die Digitalisierung papierbasierter Dokumente – sie verlangt fundamentale Neugestaltung, wie vertragliche Verpflichtungen strukturiert, durchgesetzt und verifiziert werden. Die Royalsea-AGB sind nicht nur rechtliche Texte, sondern selbstvollstreckende Smart Contracts auf der Ethereum-Blockchain, die automatische Ausführung garantieren ohne Abhängigkeit von menschlichem Ermessen oder institutionellem Vertrauen. Diese Verschmelzung von Rechtswissenschaft und Kryptographie schafft ein Vertragsregime, das transparent, unveränderlich und mathematisch nachprüfbar ist.
Diese Bedingungen gelten für alle Nutzer der Royalsea-Plattform unabhängig von Gerichtsbarkeit, unterliegen jedoch deutschen Recht gemäß Artikel 3 und 4 Rom-I-Verordnung (EG Nr. 593/2008) für Verbraucher mit gewöhnlichem Aufenthalt in Deutschland. Spezifische Verbraucherschutzrechte nach BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) §§ 305-310 (AGB-Recht) und Fernabsatzrecht gelten kumulativ und können durch diese AGB nicht eingeschränkt werden, soweit sie zwingendes Recht darstellen. Die Plattform verpflichtet sich, alle AGB-Klauseln einer Inhaltskontrolle nach § 307 BGB standzuhalten – keine Klausel benachteiligt Verbraucher unangemessen.
Vertragsparteien und Vertragsschluss
Der Vertrag entsteht zwischen Royalsea Platform B.V., einer nach niederländisch-antillianischem Recht in Curaçao registrierten Gesellschaft (Handelsregister 158452, Anschrift: Kaya Richard J. Beaujon Z/N, Willemstad, Curaçao), lizenziert durch Curaçao Gaming Authority unter Lizenznummer 8048/JAZ, und dem Nutzer als Verbraucher oder Unternehmer. Der Vertragsschluss erfolgt nicht bereits mit Registrierung, sondern erst mit der ersten Einzahlung – die Registrierung ist lediglich eine invitatio ad offerendum (Aufforderung zur Abgabe eines Angebots).
Der Nutzer gibt ein verbindliches Angebot durch Initiierung einer Einzahlung ab. Royalsea nimmt dieses Angebot durch Gutschrift der Einzahlung auf dem Nutzerkonto an – in diesem Moment entsteht der Vertrag. Diese Zweistufigkeit ist wichtig für Verbraucherrechte: Das Widerrufsrecht nach § 312g BGB beginnt erst mit Vertragsschluss (also Einzahlung), nicht mit Registrierung. Jedoch ist das Widerrufsrecht ausgeschlossen gemäß § 312g Abs. 2 Nr. 10 BGB für Wetten und Lotterien – dies ist gesetzlich vorgesehen, nicht eine AGB-Klausel.
Minderjährige (Personen unter 18 Jahren in Deutschland, höher in manchen Jurisdiktionen) sind vom Vertragsschluss ausgeschlossen. Ein mit einem Minderjährigen geschlossener Vertrag ist nach § 108 BGB schwebend unwirksam und wird erst wirksam durch Genehmigung des gesetzlichen Vertreters. Da diese Genehmigung niemals erteilt wird (Jugendschutz), bleibt der Vertrag unwirksam. Konsequenzen: Alle Einzahlungen werden zurückerstattet, alle Gewinne verfallen (weil kein wirksamer Vertrag existierte), und das Konto wird permanent gesperrt.
Smart Contract Architektur und Automatische Durchsetzung
Wesentliche Vertragsklauseln sind als Ethereum Smart Contracts implementiert, die auf der Blockchain ausgeführt werden und deren Ausführung nicht von Royalsea oder einer anderen Partei verhindert werden kann. Dies ist ein fundamentaler Unterschied zu traditionellen Verträgen, wo die Durchsetzung Gerichte oder Schiedsgerichte erfordert. Die primären Smart Contracts umfassen: Deposit-Contract (verwaltet Einzahlungen in Multi-Sig-Escrow), Withdrawal-Contract (automatische Auszahlungen bei Erfüllung aller Bedingungen), Wagering-Contract (trackt Umsatzbedingungen und gibt Gelder frei), und Dispute-Contract (automatisches Schiedsverfahren mit vordefinierten Regeln).
Der Deposit-Contract ist ein 3-of-5 Multi-Signature Escrow: Einzahlungen gehen nicht direkt an Royalsea, sondern in einen Escrow-Smart-Contract, der fünf autorisierte Signatoren hat: Royalsea Treasury (2 Signaturen), unabhängiger Auditor PricewaterhouseCoopers (1 Signatur), und zwei Community-gewählte Vertrauenspersonen (je 1 Signatur). Jede Transaktion aus dem Escrow benötigt mindestens drei dieser fünf Signaturen. Dies verhindert unilateralen Zugriff – Royalsea kann nicht einseitig Gelder aus dem Escrow nehmen, selbst wenn sie es wollte.
Der Withdrawal-Contract führt Auszahlungen automatisch durch, wenn alle Bedingungen erfüllt sind. Die Bedingungen sind im Contract-Code definiert: (1) KYC-Status = verifiziert, (2) Wagering-Requirement = 100 Prozent, (3) Account-Status = aktiv (nicht gesperrt), (4) Duplicate-Withdrawal-Check = negativ, (5) Maximum-Daily-Limit = nicht überschritten. Wenn alle fünf Bedingungen True zurückgeben, executeiert der Contract automatisch die Überweisung – keine menschliche Intervention, keine Verzögerung, keine Willkür. Wenn eine Bedingung False ist, wird die spezifische blockierende Bedingung dem Nutzer transparent kommuniziert.
IPFS-Versionierung und Unveränderlichkeit
Jede Version der AGB wird auf IPFS (InterPlanetary File System) hochgeladen, einem dezentralen Speichersystem. Der IPFS-Hash (ein kryptographischer Fingerabdruck des Dokuments) wird auf der Ethereum-Blockchain in einem Registry-Contract gespeichert. Dies garantiert Unveränderlichkeit: Wenn Royalsea versuchen würde, rückwirkend die AGB zu ändern, würde der IPFS-Hash nicht mit dem Blockchain-registrierten Hash übereinstimmen, und jeder könnte die Manipulation nachweisen.
Die aktuelle AGB-Version ist 6.2, IPFS-Hash: QmX7Fz9KxY3mZ8pQw2VbN4cD5eR6tG7hS8iU9jA0kL1mP2 (Beispiel-Hash), registriert auf Ethereum-Block #18,234,567 am 2025-01-15 um 14:32 UTC. Die vorherige Version (6.1) ist ebenfalls auf IPFS verfügbar mit Hash QmY8Ga0LyZ4nA9qRx3WcO5dE6sF7tH8jT9kV0lB1mN2oQ3, registriert am 2024-10-01. Ein vollständiger Versions-Verlauf ist einsehbar auf royalsea.com/de/agb/versionen mit Diff-Ansicht (was hat sich zwischen Versionen geändert). Diese Transparenz ist beispiellos – traditionelle AGB werden häufig „stillschweigend“ geändert ohne klare Dokumentation.
Provably Fair Gaming und Kryptographische Verifikation
Alle Spiele auf der Royalsea-Plattform verwenden Provably Fair Algorithmen, die kryptographisch beweisen, dass Ergebnisse nicht manipuliert wurden. Der Standard-Algorithmus funktioniert so: (1) Vor jeder Spielrunde generiert der Server einen zufälligen Server-Seed (256-bit), (2) der SHA-3 Keccak-Hash dieses Seeds wird dem Client gezeigt bevor das Spiel beginnt, (3) der Client generiert einen Client-Seed (kann vom Nutzer manuell gesetzt werden oder automatisch generiert), (4) Server-Seed, Client-Seed und ein Nonce (Rundennummer) werden kombiniert und gehasht, (5) der resultierende Hash determiniert das Spielergebnis.
Nach der Runde offenbart der Server den ursprünglichen Server-Seed. Der Nutzer kann dann verifizieren: (1) Stimmt der SHA-3 Keccak-Hash des offenbarten Seeds mit dem vor dem Spiel gezeigten Hash überein? (2) Produziert die Kombination von Server-Seed, Client-Seed und Nonce das tatsächlich gezeigte Spielergebnis? Wenn beide Antworten „Ja“ sind, ist mathematisch bewiesen, dass das Ergebnis nicht nachträglich manipuliert wurde – das Ergebnis war bereits festgelegt (durch den Hash commitiert) bevor der Nutzer seinen Client-Seed wählte.
Die Plattform bietet ein Verifikationstool unter royalsea.com/de/verifizierung, wo Nutzer Server-Seeds, Client-Seeds und Nonces eingeben können und das Tool berechnet unabhängig das Spielergebnis. Das Tool ist open-source auf GitHub, sodass Dritte den Code auditieren können. Zusätzlich werden alle Spielrunden mit ihren Seeds und Ergebnissen in einem Public Ledger auf der Blockchain gespeichert (nur Hashes, nicht Spielergebnisse selbst für Datenschutz), sodass externe Auditoren statistische Tests durchführen können, um zu verifizieren, dass die Ergebnisverteilung den deklarierten Wahrscheinlichkeiten entspricht.
Bonusbedingungen und Umsatzanforderungen
Boni sind keine Geschenke im rechtlichen Sinne, sondern Anreizverträge mit spezifischen Erfüllungsbedingungen. Die Annahme eines Bonus ist freiwillig – der Nutzer kann Einzahlungen ohne Bonus tätigen. Wenn ein Bonus angenommen wird, entsteht ein Nebenvertrag zum Hauptnutzungsvertrag mit folgenden Bedingungen: (1) Umsatzanforderung (Wagering Requirement), üblicherweise 30x des Bonusbetrags, (2) Spielbeiträge (Contribution Rates), z.B. Slots 100 Prozent, Tischspiele 10 Prozent, Live-Dealer 10 Prozent, (3) Maximaleinsatz während aktivem Bonus, üblicherweise 5 Euro pro Runde, (4) Gültigkeitsdauer, üblicherweise 30 Tage.
Diese Bedingungen sind im Bonus-Smart-Contract codiert und werden automatisch durchgesetzt. Wenn der Nutzer versucht, einen höheren Einsatz als erlaubt zu tätigen, blockiert der Contract die Transaktion. Wenn die Gültigkeitsdauer abläuft, verfällt der Bonus automatisch – keine menschliche Entscheidung erforderlich. Der Nutzer sieht in Echtzeit einen Fortschrittsbalken: „Wagering 45% abgeschlossen (13,500 von 30,000 Euro umgesetzt)“. Dies ist transparent und nachvollziehbar.
Bonusmissbrauch ist definiert als systematische Ausnutzung von Bonusbedingungen entgegen ihrem Zweck. Beispiele: (1) Simultanes Abdecken von Wetten (z.B. Rot und Schwarz auf Roulette gleichzeitig), (2) Low-Risk-Strategien mit mathematisch garantiertem Gewinn, (3) Multi-Accounting (mehrere Konten derselben Person für mehrfache Boni), (4) Bonus-Hunting (Kontoöffnung nur für Bonus, dann sofortige Inaktivität nach Auszahlung). Bei nachgewiesenem Missbrauch behält sich Royalsea das Recht vor, Boni und daraus resultierende Gewinne zu konfiszieren gemäß § 242 BGB (Treu und Glauben) – der Nutzer handelt rechtsmissbräuchlich.
Verantwortungsvolles Spielen und Selbstausschluss
Royalsea ist verpflichtet, Maßnahmen zum Spielerschutz zu implementieren gemäß § 6 Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV 2021) soweit anwendbar. Die Plattform bietet umfassende Selbstlimitierungs-Tools: Einzahlungslimits (täglich/wöchentlich/monatlich), Verlustlimits (täglich/wöchentlich/monatlich), Wettlimits (maximaler Einsatz pro Runde), Sitzungszeitlimits (automatischer Logout nach X Minuten), und Reality-Checks (periodische Pop-ups mit Spielzeit und Bilanzen).
Der Selbstausschluss ist in mehreren Stufen verfügbar: Auszeit (24 Stunden oder 7 Tage, sofort aktiv, keine vorzeitige Aufhebung), temporärer Selbstausschluss (1, 3, 6 oder 12 Monate, 7 Tage Cooling-off-Periode vor Aktivierung und vor Aufhebung), permanenter Selbstausschluss (unwiderruflich, zusätzlich Eintrag in OASIS-Datenbank für deutschland-weiten Schutz). Der permanente Selbstausschluss ist rechtlich bindend – selbst wenn der Nutzer später seine Meinung ändert, kann das Konto nicht reaktiviert werden. Dies dient dem Spielerschutz vor impulsiven Entscheidungen.
Zusätzlich implementiert die Plattform ein AI-basiertes Early-Warning-System, das 40+ Verhaltensindikatoren überwacht: Erhöhung der Einsätze, Spielen zu ungewöhnlichen Zeiten (Nachts), schnelle Wiedereinzahlungen nach Verlusten, verlängerte Spielsessions, emotionale Chat-Nachrichten. Wenn das System ein problematisches Muster erkennt, kontaktiert ein Responsible-Gaming-Spezialist den Nutzer proaktiv per E-Mail mit Unterstützungsangeboten: Selbstlimitierungs-Tools, Informationen zu Beratungsstellen (BZgA, Anonyme Spieler, Spielerschutz-Hotline 0800 1 37 27 00), und Gesprächsangebot mit einem zertifizierten Suchtberater (kostenlos für den Nutzer).
Geistige Eigentumsrechte und Lizenzierung
Alle geistigen Eigentumsrechte an der Royalsea-Plattform (Software, Design, Marken, Logos, Texte, Grafiken) gehören Royalsea oder ihren Lizenzgebern. Das Markenrecht „Royalsea“ ist registriert beim Europäischen Amt für Geistiges Eigentum (EUIPO) unter Registrierungsnummer 018765432 (Beispielnummer) mit Priorität vom 2023-05-15, Klassen 9, 35, 41. Die Nutzung durch Dritte ohne schriftliche Genehmigung ist untersagt und stellt eine Markenverletzung dar gemäß §§ 14, 15 MarkenG.
Der Nutzer erhält eine nicht-exklusive, nicht-übertragbare, widerrufbare Lizenz zur Nutzung der Plattform ausschließlich für persönliche, nicht-kommerzielle Zwecke. Die Lizenz erlaubt nicht: (1) Reverse Engineering, Dekompilierung oder Disassemblierung der Software, (2) Entfernung von Copyright-Notices oder proprietären Kennzeichnungen, (3) Verwendung von Bots, Scraping-Tools oder automatisierten Systemen, (4) Veröffentlichung von Screenshots oder Inhalten für kommerzielle Zwecke, (5) Weiterlizenzierung oder Sublizenzierung an Dritte.
Die Spiele auf der Plattform sind von Drittanbietern lizenziert (NetEnt, Pragmatic Play, Evolution Gaming, etc.). Die Rechte verbleiben bei den jeweiligen Entwicklern. Royalsea hat nur Distributionsrechte für diese Spiele innerhalb bestimmter Jurisdiktionen. Wenn ein Nutzer einen Screenshot eines Spiels macht, unterliegt dieser dem Urheberrecht des Spieleentwicklers, nicht Royalsea. Persönliche, nicht-kommerzielle Nutzung (z.B. Teilen eines großen Gewinns auf Social Media) ist üblicherweise durch Fair Use gedeckt, kommerzielle Nutzung (z.B. Verwendung in einem Werbevideo) erfordert Lizenzierung.
Haftungsausschlüsse und Haftungsbeschränkungen
Die Royalsea-Plattform wird „wie besehen“ und „wie verfügbar“ bereitgestellt. Royalsea übernimmt keine Gewährleistung für unterbrechungsfreien oder fehlerfreien Betrieb. Dies ist ein üblicher Haftungsausschluss, jedoch begrenzt durch zwingendes deutsches Verbraucherrecht: § 309 Nr. 7 BGB verbietet den Ausschluss der Haftung für Verletzung von Leben, Körper, Gesundheit und den Ausschluss der Haftung für vorsätzliche oder grob fahrlässige Pflichtverletzungen. Diese Haftungsausschlüsse sind unwirksam – Royalsea haftet vollumfänglich für solche Schäden.
Für leichte Fahrlässigkeit haftet Royalsea nur bei Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Cardinal Duties), und dann beschränkt auf den vorhersehbaren, typischen Schaden. Wesentliche Vertragspflichten sind solche, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrags überhaupt erst ermöglicht: Bereitstellung der Plattform, Sicherheit der Einzahlungen, Auszahlung von Gewinnen. Der vorhersehbare, typische Schaden ist das Guthaben auf dem Nutzerkonto zum Zeitpunkt des schädigenden Ereignisses, maximal 10,000 Euro pro Nutzer. Für indirekte Schäden (entgangener Gewinn, Folgeschäden, immaterielle Schäden) haftet Royalsea nicht, außer bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit.
Royalsea haftet nicht für Handlungen oder Unterlassungen Dritter, insbesondere Spieleentwickler, Zahlungsdienstleister oder Internetprovider. Wenn ein Spiel aufgrund eines Bugs des Entwicklers fehlerhafte Auszahlungen macht, ist der Entwickler verantwortlich, nicht Royalsea (soweit Royalsea nicht fahrlässig bei der Auswahl des Entwicklers war). Wenn eine Zahlung aufgrund von Bankproblemen verspätet ist, haftet die Bank. Der Nutzer wird in solchen Fällen unterstützt (Royalsea vermittelt mit dem Dritten), aber die rechtliche Verantwortlichkeit liegt beim Dritten.
Streitbeilegung und Schiedsvereinbarung
Für Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit diesen AGB gilt das folgende mehrstufige Streitbeilegungsverfahren. Stufe 1: Direkte Verhandlung – Der Nutzer kontaktiert zunächst den Kundenservice ([email protected]), der innerhalb von 72 Stunden antwortet und versucht, das Problem einvernehmlich zu lösen. Erfahrungsgemäß werden 80+ Prozent der Beschwerden auf dieser Stufe gelöst. Stufe 2: Mediation – Wenn die direkte Verhandlung scheitert, kann jede Partei eine Mediation vorschlagen. Royalsea hat eine Partnerschaft mit eCOGRA (eCommerce Online Gaming Regulation and Assurance), einer unabhängigen Mediationsstelle. Die Mediation ist freiwillig, kostenlos für den Nutzer, und nicht bindend (die Parteien können den Mediationsvorschlag ablehnen).
Stufe 3: Schiedsverfahren – Wenn Mediation scheitert oder eine Partei direkt zum Schiedsverfahren übergehen möchte, gilt die folgende Schiedsvereinbarung: Alle Streitigkeiten werden endgültig durch ein Schiedsgericht nach der Schiedsgerichtsordnung der Internationalen Handelskammer (ICC) beigelegt. Das Schiedsgericht besteht aus drei Schiedsrichtern (jede Partei ernennt einen, diese beiden ernennen den dritten). Der Sitz des Schiedsverfahrens ist Paris, Frankreich. Die Verfahrenssprache ist Englisch (der Nutzer kann Deutsch wählen, dann wird übersetzt). Das anwendbare Recht ist deutsches Recht für deutsche Verbraucher (siehe unten).
Jedoch ist diese Schiedsvereinbarung für Verbraucher mit gewöhnlichem Aufenthalt in Deutschland nur begrenzt wirksam. § 1031 Abs. 5 ZPO (Zivilprozessordnung) erlaubt Schiedsvereinbarungen mit Verbrauchern nur nach Entstehung der Streitigkeit, nicht vorher. Eine vorherige Schiedsvereinbarung (wie in AGB) ist unwirksam. Deutsche Verbraucher können also wählen: Sie können das Schiedsverfahren nutzen (freiwillig) oder vor ordentlichen Gerichten klagen. Royalsea kann deutsche Verbraucher nicht zwingen, Schiedsverfahren zu nutzen. Zuständiges ordentliches Gericht ist das Amtsgericht oder Landgericht am Wohnsitz des Verbrauchers (§ 29c ZPO).
Anwendbares Recht und Verbraucherschutz
Diese AGB unterliegen curaçaoischem Recht als Sitzrecht der Gesellschaft. Jedoch gilt für Verbraucher mit gewöhnlichem Aufenthalt in der EU (einschließlich Deutschland) kumulative Anwendung ihres Aufenthaltsrechts gemäß Artikel 6 Rom-I-Verordnung. Konkret: Curaçao-Recht gilt für organisatorische Fragen (Gesellschaftsstruktur, Lizenzierung), deutsches Recht gilt für verbraucherschützende Fragen (AGB-Kontrolle, Widerruf, Gewährleistung, Haftung). Wenn curaçaoisches und deutsches Recht in Konflikt stehen, gilt deutsches Recht, soweit es zwingendes Verbraucherschutzrecht ist.
Spezifische deutsche Verbraucherrechte, die durch diese AGB nicht abbedungen werden können: Widerrufsrecht nach § 312g BGB (jedoch ausgeschlossen für Glücksspiel gemäß § 312g Abs. 2 Nr. 10 BGB – dies ist gesetzlich, nicht AGB), AGB-Kontrolle nach §§ 305-310 BGB (Royalsea unterzieht alle Klauseln dieser Kontrolle), Gewährleistungsrechte nach §§ 434 ff. BGB (für Software-Mängel), Haftung nach §§ 280 ff. BGB (nicht ausschließbar für Vorsatz/grobe Fahrlässigkeit/Cardinal Duties), Datenschutzrechte nach DSGVO (umfassend in separater Datenschutzerklärung), und Gerichtsstand am Verbraucherwohnsitz (§ 29c ZPO).
Änderungen der AGB und Notification
Royalsea behält sich das Recht vor, diese AGB zu ändern. Änderungen werden mindestens 48 Stunden vor Inkrafttreten per E-Mail an alle registrierten Nutzer kommuniziert und prominent auf der Website angezeigt. Die Notification-E-Mail enthält: (1) Hinweis auf Änderung, (2) Zusammenfassung der wesentlichen Änderungen, (3) Link zur neuen Version und Diff-Ansicht (Vergleich alt vs. neu), (4) Datum des Inkrafttretens, (5) Information über Widerspruchsrecht.
Der Nutzer kann den geänderten AGB widersprechen innerhalb von 14 Tagen nach Notification. Bei Widerspruch endet das Vertragsverhältnis mit Inkrafttreten der neuen AGB. Der Nutzer kann bis dahin das Konto nutzen unter den alten AGB, muss aber danach auszahlen und das Konto schließen. Wenn der Nutzer nicht widerspricht und das Konto nach Inkrafttreten weiter nutzt, gilt dies als Zustimmung zu den neuen AGB (konkludente Zustimmung durch Verhalten). Diese Änderungsklausel ist zulässig nach § 308 Nr. 4 BGB, da sie ein Widerspruchsrecht vorsieht.
Wesentliche Änderungen (die die Hauptleistungspflichten betreffen) erfordern explizite Zustimmung – ein Pop-up beim nächsten Login fordert den Nutzer auf, die Änderungen zu lesen und aktiv zuzustimmen („Ich stimme den geänderten AGB zu“ Checkbox). Ohne explizite Zustimmung kann das Konto nicht weiter genutzt werden (jedoch bleiben Auszahlungen möglich unter den alten AGB). Diese Unterscheidung zwischen wesentlichen und nicht-wesentlichen Änderungen folgt der BGH-Rechtsprechung zu AGB-Änderungen (z.B. BGH VIII ZR 81/06).
Salvatorische Klausel und Teilunwirksamkeit
Sollte eine Bestimmung dieser AGB unwirksam oder undurchführbar sein oder werden, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen hiervon unberührt. An die Stelle der unwirksamen oder undurchführbaren Bestimmung tritt eine wirksame und durchführbare Regelung, die dem wirtschaftlichen Zweck der unwirksamen Regelung am nächsten kommt (Salvatorische Klausel gemäß § 139 BGB analog). Diese Klausel ist wichtig, weil einzelne AGB-Klauseln durch Gerichte für unwirksam erklärt werden können (z.B. bei unangemessener Benachteiligung), ohne dass die gesamten AGB unwirksam werden.
Praktisches Beispiel: Angenommen, eine Haftungsausschlussklausel wird für zu weitgehend befunden und von einem Gericht für unwirksam erklärt. Dann gilt an dieser Stelle die gesetzliche Haftungsregelung (§§ 280 ff. BGB), während alle anderen AGB-Klauseln weiterhin wirksam bleiben. Der Vertrag als Ganzes bleibt bestehen. Ohne Salvatorische Klausel könnte die Unwirksamkeit einer einzelnen Klausel den gesamten Vertrag unwirksam machen (§ 139 BGB), was für beide Parteien ungünstig wäre.
Häufig gestellte Fragen zu den AGB
Warum sind die AGB auf Blockchain gespeichert?
Die Blockchain-Speicherung (genauer: IPFS mit Ethereum-Registry) garantiert Unveränderlichkeit und Nachprüfbarkeit. Wenn ein Streit entsteht über „was standen die AGB zum Zeitpunkt X?“, kann jeder die historische Version aus IPFS laden und den Hash mit der Blockchain verifizieren. Dies verhindert, dass Royalsea rückwirkend behauptet „unsere AGB enthielten schon immer Klausel Y“, wenn diese Klausel tatsächlich erst später hinzugefügt wurde. Es ist ein Vertrauensmechanismus durch Technologie statt durch institutionelle Autorität.
Was passiert bei technischen Fehlern – wer haftet?
Technische Fehler werden unterschieden: (1) Plattformfehler (Server-Ausfall, Software-Bug) – Royalsea haftet nach den Haftungsregeln (siehe oben), (2) Spielfehler (Bug im Spiel eines Drittanbieters) – primär haftet der Entwickler, aber Royalsea haftet wenn der Fehler bekannt war und nicht offengelegt wurde, (3) Nutzerfehler (falsche Bedienung, Internetproblem auf Nutzerseite) – keine Haftung. Bei umstrittenen Fällen entscheidet das Schiedsgericht bzw. das ordentliche Gericht. Als Kulanzgeste erstattet Royalsea oft Einsätze bei plausiblen technischen Fehlern, auch ohne rechtliche Verpflichtung.
Kann ich auf Schiedsverfahren verzichten und direkt klagen?
Ja, als deutscher Verbraucher können Sie die Schiedsvereinbarung ignorieren und direkt vor einem deutschen Gericht klagen (§ 1031 Abs. 5 ZPO). Das zuständige Gericht ist Ihr Wohnsitzgericht (§ 29c ZPO). Royalsea kann Sie nicht zwingen, Schiedsverfahren zu nutzen. Jedoch kann Schiedsverfahren Vorteile haben: schneller (6-12 Monate statt 2-4 Jahre), spezialisierte Schiedsrichter mit Gaming-Expertise, vertraulich (nicht öffentlich). Wenn Sie sich für Schiedsverfahren entscheiden, ist das Ergebnis bindend (kein Berufungsrecht, außer bei schwersten Verfahrensfehlern gemäß § 1059 ZPO).
Was bedeutet „Provably Fair“ praktisch – wie verifiziere ich?
Nach jeder Spielrunde klicken Sie auf „Verifizieren“ (Icon neben dem Ergebnis). Ein Popup zeigt: Server-Seed (jetzt offengelegt), Client-Seed, Nonce, und Hash. Sie kopieren diese Werte und fügen sie in das Verifikationstool (royalsea.com/de/verifizierung) ein. Das Tool berechnet: (1) SHA-3 Keccak-Hash des Server-Seeds → muss mit dem vor dem Spiel gezeigten Hash übereinstimmen, (2) Spiel-Ergebnis aus Server-Seed + Client-Seed + Nonce → muss mit dem tatsächlich gezeigten Ergebnis übereinstimmen. Wenn beides stimmt, ist mathematisch bewiesen: kein Betrug. Sie können auch Code-Auditoren beauftragen, die Open-Source-Implementierung zu überprüfen.
Gilt deutsches Verbraucherschutzrecht auch wenn Royalsea in Curaçao sitzt?
Ja, aufgrund der Rom-I-Verordnung Artikel 6. Wenn ein Unternehmen aktiv Verbraucher in einem EU-Land anspricht (durch Werbung, deutsche Sprachversion, EUR als Währung), unterliegen Verträge mit diesen Verbrauchern dem Recht des Verbraucherwohnsitzes, soweit es günstiger ist als das gewählte Recht. Das bedeutet: Deutsche Verbraucherschutzgesetze (BGB, BDSG, GlüStV soweit anwendbar) gelten kumulativ. Royalsea kann durch Rechtswahl (Curaçao-Recht) nicht zwingende deutsche Verbraucherschutzrechte abbedingen. Dies ist EU-weit einheitlich für Verbraucherverträge.
Die Royalsea-AGB repräsentieren die Zukunft des digitalen Vertragsrechts – eine Synthese aus traditioneller Rechtsdogmatik und dezentraler Technologie. Durch Smart Contract Enforcement, Blockchain-Unveränderlichkeit, Provably Fair Gaming und kumulative Anwendung von Verbraucher- und Lizenzrecht schafft die Plattform ein Rechtsregime, das Vertrauen nicht erfordert, sondern technologisch garantiert.